Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA)

5. Aarauer Demokratietage 2013


Demokratie und Europäische Union

Europa befindet sich – wieder einmal und immer wieder – im Umbruch. Euro-Krise, Fiskalpakt, Rettungsschirm, nationale Verfassungsänderungen, Verstärkung der politischen, wirtschaftlichen und administrativen Integration, unablässige Demonstrationen der (zu) stark geforderten Bevölkerung – auf allen Ebenen und in den verschiedensten Kreisen wird zur Bewältigung dieser Herausforderungen die in ihren Grundwerten betroffene Demokratie zur Diskussion, wenn nicht gar in Frage gestellt.

Befindet sich die EU auf dem Weg zu einer Politischen Union? Gibt es historische Parallelen zur politischen Integration der Schweiz? Wie ertragen die parlamentarischen Demokratien und ihre Bürgerinnen den zunehmenden Druck der Finanzmärkte und EU-Gremien? Sind Volksabstimmungen zielführend, im nationalen Rahmen oder auf der EU-Ebene? Muss von der Einstimmigkeitsregel Abstand genommen werden? Es scheint, dass sowohl die nationalen Verfassungsordnungen wie die geltende EU-Architektur immer mehr an ihre Grenzen stossen. Heisst nun die Antwort mehr Technokratie oder mehr Demokratie?

Was bedeutet dieser Rekonstruktionsprozess der Demokratie in Europa für die Schweiz? Ist ihre direkte Demokratie gefährdet? Wie sind Bemühungen der Vereinheitlichung der Bildungslandschaft in Europa zu bewerten? Ist eine schweizerische Bildungspolitik mehr als ein "autonomer Nachvollzug" von EU-Beschlüssen? Wie zeigen sich die europäischen Vereinheitlichungstendenzen in der Ausgestaltung von Politischer Bildung auch in der Schweiz?

Die Aarauer Demokratietage 2013 befassten sich mit einem Thema, das den Rahmen der schweizerischen Demokratie sprengt, sie aber kaum weniger betrifft als die Mitgliedstaaten der EU. Kann die Schweiz mit ihrer Erfahrung der politischen Integration und der direkten Demokratie zu dieser Debatte vielleicht gar etwas beisteuern? Diesen und weiteren Fragen waren die Fünften Aarauer Demokratietage gewidmet.

Im kulturellen Rahmenprogramm präsentierte das Theater Tuchlaube zwei Projekte, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit dem Thema Demokratie, Krise und Zivilgesellschaft auseinandersetzen. Und im Forum Schlossplatz fand die Vernissage der Ausstellung über Heinrich Zschokke statt.

Programmübersicht

I Einführungsreferat und Podiumsdiskussion
"Demokratie und Europäische Union im Umbruch"
Donnerstag, 21. März 2013, 17.30 - 19.30 Uhr
Kultur & Kongresshaus Aarau
Einführungsreferat von Prof. Dr. Günter Verheugen, anschliessend Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Konstantinos Chryssogonos (Professor für Staatsrecht, GR) und Gerald Häfner (Mitglied Europäisches Parlament, D), moderiert durch Dr. Katja Gentinetta.

II Wissenschaftliche Tagung "Demokratie und EU"
Freitag, 22. März 2013, 09.00 - 17.00 Uhr
Kultur & Kongresshaus Aarau

Panel 1:
Auf dem Weg zur Politischen Union: die Schweiz als Modellfall für die EU?
Panel 2:
EU und direkte Demokratie
Panel 3:
Europa und Demokratie in der Schule

Abschluss der wissenschaftlichen Veranstaltung:
Projektpräsentation "PlaySwissLex: Politiks(t)imulation für Jugendliche in der Schweiz"
Schlusswort/Fazit


III Kulturelles Rahmenprogramm

Theaterperformance "Invest in me!"
Theater Tuchlaube, Donnerstag, 21. März 2013, 20.15 Uhr

Ausstellungsvernissage "Heinrich Zschokke: Im Dialog mit einem prägenden Wegbereiter der modernen Schweiz"
Forum Schlossplatz, Freitag, 22. März 2013, 18.00 Uhr

Theaterperformance "Lost in Buenos Aires"
Theater Tuchlaube, Freitag, 22. März 2013, 20.15 Uhr


Download Programmbroschüre (pdf)